Viele Haushalte in Deutschland nutzen noch Gas zum Heizen. Doch jetzt kommt ein dicker Brocken: Die Preise steigen. Und zwar nicht langsam oder leise. Sondern deutlich – und dauerhaft. Was genau steckt dahinter? Und was kannst du tun, um dich vorzubereiten?
CO₂-Preis: Der wichtigste Preistreiber
Ein zentraler Grund für die steigenden Heizkosten liegt im wachsenden CO₂-Preis. Seit 2021 erhebt Deutschland eine Abgabe auf den Ausstoß von Kohlendioxid – also auch auf das Verbrennen von Erdgas. Der Gedanke dahinter: Wer fossile Energien nutzt, soll für die Umweltkosten mitbezahlen.
2024 liegt dieser CO₂-Preis bei 45 Euro pro Tonne. Doch das ist erst der Anfang. Die Bundesregierung plant eine stufenweise Erhöhung:
- 2025: 55 Euro pro Tonne
- ab 2026: Marktbasierte Preise mit Mindest- und Höchstgrenzen
Je mehr du also jetzt mit Gas heizt, desto mehr zahlst du ab sofort – und in Zukunft noch mehr.
Weltmärkte und Energiekrisen spielen mit
Neben der CO₂-Abgabe beeinflussen auch weltweite Gaspreise deine Heizkosten. Konflikte wie der Ukraine-Krieg oder Probleme mit Lieferketten haben gezeigt, wie schnell sich der Markt verändern kann.
Deutschland bezieht inzwischen einen Großteil seines Gases aus alternativen Quellen. Doch das Heizen mit verflüssigtem Erdgas (LNG) ist oft teurer als Pipeline-Gas. Diese höheren Einkaufspreise landen direkt auf deiner Rechnung.
Wen trifft es besonders?
Vor allem Eigentümer und Mieter in älteren Gebäuden mit ungenügend isolierten Wänden oder veralteten Heizsystemen spüren den Anstieg stark.
Typische Merkmale solcher Haushalte:
- Gasheizung älter als 15 Jahre
- Keine Dämmung an Dach oder Fassade
- Einfachverglasung statt Wärmeschutzfenster
Und: Wer keinen Einfluss auf die Wahl der Heizart hat – etwa als Mieter – ist oft machtlos. Doch es gibt trotzdem Möglichkeiten zur Einsparung.
Was du tun kannst, um Kosten zu senken
Auch wenn ein kompletter Umstieg auf ein neues Heizsystem nicht für alle sofort möglich ist, gibt es einige konkrete Maßnahmen, mit denen du deinen Gasverbrauch senken kannst:
- Thermostate richtig einstellen: Jeder Grad weniger spart etwa 6 % Heizkosten
- Heizung entlüften: Blasen im System erhöhen den Verbrauch
- Programmierbare Thermostate verwenden: Nur heizen, wenn’s wirklich nötig ist
- Dämmung der Heizungsrohre im Keller – kostengünstig und schnell gemacht
Darüber hinaus gibt es auch mittelfristige Möglichkeiten:
- Heizung optimieren lassen (Hydraulischer Abgleich)
- Wärmedämmung verbessern – z. B. Dachboden oder Außenwand
- Umstieg auf Wärmepumpe, falls wirtschaftlich sinnvoll
Wärmepumpe statt Gas? Das solltest du wissen
Viele denken über den Wechsel zu einer Wärmepumpe nach – und das zurecht. Sie nutzt Umgebungswärme (etwa aus der Luft oder dem Boden) und funktioniert ohne fossile Brennstoffe. Doch der Umstieg ist nicht immer ganz einfach.
Folgende Punkte solltest du vorher prüfen:
- Ist das Gebäude ausreichend gedämmt?
- Gibt es Flächenheizungen (z. B. Fußbodenheizung)?
- Wie hoch sind die Investitionskosten? (oft über 20.000 Euro)
- Welche Förderprogramme kommen infrage?
Ein guter erster Schritt ist eine Energieberatung. Viele Kommunen bieten diese kostenlos oder stark vergünstigt an.
Förderprogramme nutzen – bevor es zu spät ist
Um den Umstieg zu erleichtern, stellt der Staat zahlreiche Fördermittel für Heizsysteme und Sanierungsmaßnahmen bereit. Dazu gehören:
- BAFA-Zuschüsse für Wärmepumpen (bis zu 40 % der Kosten)
- KfW-Kredite mit Tilgungszuschuss für energetische Sanierung
- Regionale Programme der Bundesländer
Aber Achtung: Die Förderbedingungen ändern sich häufig. Wer zu lange wartet, riskiert, leer auszugehen oder schlechtere Konditionen zu bekommen.
Fazit: Jetzt handeln lohnt sich
Ob durch CO₂-Bepreisung oder globale Krisen – Gas wird als Heizenergie immer teurer. Wer weiterhin ausschließlich auf Gas setzt, zahlt absehbar drauf. Es lohnt sich also, schon jetzt Maßnahmen zu ergreifen – und sich unabhängiger zu machen.
Ganz egal, ob’s kleine Schritte wie neue Thermostate sind oder ein umfassender Heizungsumbau: Jede Veränderung spart Energie – und schützt dein Portemonnaie wie auch das Klima.




