Wenn du im Winter in den Urlaub fährst, gibt es eine unterschätzte Gefahr: eingefrorene Wasserleitungen. Was viele erst merken, wenn es zu spät ist. Doch mit dem richtigen Urlaubsmodus kannst du beruhigt verreisen – ohne böse Überraschungen bei der Rückkehr.
Warum ein Urlaubsmodus so wichtig ist
Haus oder Wohnung längere Zeit unbeheizt zu lassen, klingt nach Energieersparnis. Doch sinkt die Innentemperatur unter null Grad, gefrieren Leitungen. Das Ergebnis? Rohrbrüche, Wasserschäden und teure Reparaturen.
Der sogenannte Urlaubsmodus hilft dir, genau das zu verhindern. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Temperaturabsenkung, Frostschutz und cleverer Organisation im Haushalt.
So aktivierst du den Urlaubsmodus richtig
Es reicht nicht, einfach nur die Heizung auszuschalten. Mit diesen Schritten bleibst du auf der sicheren Seite:
1. Heizung nie ganz ausschalten
Stell deine Heizung auf Frostschutz-Modus, falls sie diesen besitzt. Alternativ auf eine minimale Raumtemperatur von 12–15 Grad. Das schützt Rohre – vor allem in Außenwänden – vor dem Einfrieren.
2. Thermostat-Ventile auf Durchfluss stellen
Dreh Thermostat-Ventile auf das Schnee-Symbol oder auf Stufe 1. Sie dürfen nicht komplett zu sein, sonst kann warmes Wasser nicht zirkulieren.
3. Wasser abdrehen – aber richtig
Wenn du länger nicht da bist, dreh den Hauptwasserhahn ab. So reduzierst du das Risiko von Wasserschäden bei einem Leck.
Zusätzlich: Öffne sämtliche Wasserhähne kurz, damit Druck abgelassen wird.
4. Boiler und Durchlauferhitzer prüfen
Stell deinen Boiler auf Sparmodus, falls vorhanden. Manche Modelle bieten sogar einen „Urlaubsmodus“. Ist der Boiler in einem kühlen Raum, könnte es Sinn machen, ihn komplett zu entleeren.
5. Fenster im Keller und Badezimmer schließen
Kühle Zugluft durch offene Fenster kann Rohre in unmittelbarer Nähe einfrieren lassen – besonders in Altbauten.
Besondere Vorsicht bei Altbauten und abgelegenen Räumen
In älteren Gebäuden verlaufen Wasserleitungen oft direkt an den Außenwänden. Hier hilft es, Schränke offen zu lassen – etwa in der Küche – damit warme Luft zirkulieren kann.
Auch Dachböden, unbeheizte Flure und Gartenwasseranschlüsse sind besonders gefährdet. Letztere solltest du komplett entleeren und abstellen. Vergiss nicht, Schlauchverbindungen zu lösen.
Smarter Schutz mit Technik
Wer auf Nummer sicher gehen will, kann mit smarter Technik vorsorgen:
- Heizkörperthermostate mit WLAN: Sie lassen sich per App steuern und auf festen Zeitplan programmieren.
- Frostsensoren: Warnen dich per App, wenn ein Raum zu kalt wird.
- Wasserwächter: Diese Geräte erkennen Wasseraustritt und schlagen Alarm – manche drosseln sogar automatisch die Wasserzufuhr.
Schon einfache Geräte gibt es ab 30–50 Euro – eine lohnenswerte Investition im Vergleich zu möglichen Schäden.
Was tun, wenn du länger im Urlaub bist?
Bei längerer Abwesenheit (mehr als 1 Woche) lohnt es sich, Freunde, Nachbarn oder einen Hausmeister einzuweihen. Ideal ist es, wenn jemand regelmäßig nach dem Rechten sieht.
Eine kleine Checkliste, die du hinterlassen kannst:
- Wurde Wasser abgestellt?
- Läuft die Heizung auf Frostschutz?
- Fenster, Fensterläden und Türen geschlossen?
- Wird regelmäßig überprüft, ob alles in Ordnung ist?
Auch im Sommer nützlich
Der Urlaubsmodus ist übrigens nicht nur im Winter sinnvoll. Auch im Sommer kann es sinnvoll sein, gewisse Geräte oder Wasseranschlüsse zu deaktivieren – etwa bei Starkregen oder Gewitter. Außerdem sparst du Energie, wenn unnötige Geräte wie Warmwasserspeicher in dieser Zeit deaktiviert sind.
Fazit: Mit guter Vorbereitung entspannt wegfahren
Ein simpler Urlaubsmodus kann viel Ärger und hohe Kosten verhindern. Denk daran: Der Frost kommt manchmal schneller, als erwartet. Wenn du vorbereitet bist, kannst du mit gutem Gefühl verreisen – und kommst in ein sicheres und trockenes Zuhause zurück.




